Die Geschichte des Römischen Reiches 

Als das römische Reich am 4. September 476 durch den Germanen Odoaker endgültig besiegt wurde (an diesem Tag setzte Odoaker den letzten weströmischen Kaiser Romulus Augustulus ab), nahm Odoaker die kaiserlichen Insignien der Macht an sich. Er krönte sich nicht selbst zum Kaiser, sondern sandte diese Insignien an das oströmische Reich nach Konstantinopel. 

Karl der Große wurde am 25. Dezember 800 von Papst Leo III. in Rom zum Kaiser gekrönt. Karl der Große war damit römischer Kaiser. Man verstand seine Kaiserwürde als Wiederherstellung des Kaisertums im Westen.

Warum war die Krönung Karl des Großen so bedeutsam? Sie begründete die Idee, dass das römische Kaisertum auch im Westen fortbestehen könne. Daraus entwickelte sich später das Heilige Römische Reich.

Karl der Große vererbte sein Reich an seinen Sohn Ludwig der Fromme. 

Ludwig der Fromme hatte wiederum mehrere Söhne:

  • Lothar I.
  • Ludwig der Deutsche
  • Karl der Kahle

Nach langen Erbstreitigkeiten teilten sie das Reich im Jahr 843 durch den Vertrag von Verdun:

  •  Lothar I. erhielt das Mittelreich und den Kaisertitel.
  • Ludwig der Deutsche erhielt das Ostfrankenreich (Vorläufer des späteren deutschen Reiches).
  • Karl der Kahle erhielt das Westfrankenreich (Vorläufer des späteren Frankreichs).

Im Laufe der Geschichte zerfiel das Mittelreich Lothars I. schrittweise. Wichtige Teile, insbesondere Lotharingien, gingen schließlich im Ostfrankenreich auf, aus dem sich das spätere deutsche Reich entwickelte. Mit der Kaiserkrönung Ottos I. im Jahr 962 wurde die römische Kaiserwürde dauerhaft mit dem ostfränkisch-deutschen Königtum verbunden. Demgegenüber entwickelte sich in Frankreich der staatsrechtliche Grundsatz: „Le roi est empereur en son royaume“ („Der König ist Kaiser in seinem Königreich“). Damit brachte der französische König zum Ausdruck, dass er zwar keinen Anspruch auf den römischen Kaisertitel erhob, innerhalb Frankreichs jedoch keinem Kaiser unterstand und dieser ihm keine Befehle erteilen konnte.

Der Kaiser beanspruchte einen universalen Vorrang. Das bedeutete in der Praxis zwar nicht, dass er Frankreich täglich Befehle erteilen konnte oder dort tatsächlich regierte. Aber aus der mittelalterlichen Reichsidee heraus galt der Kaiser als der ranghöchste weltliche Herrscher der Christenheit.

Die französischen Könige lehnten genau diesen Vorrang ab. Sie entwickelten deshalb eine Staatsauffassung, nach der der König von Frankreich souverän war. Dies war der Hintergrund der vielen Kriege zwischen Frankreich und Deutschland.

Mit der Errichtung des Kaiserreichs der Franzosen durch Napoleon Bonaparte im Jahr 1804 geriet das über tausend Jahre bestehende Heilige Römische Reich endgültig in eine Existenzkrise. Um den Rang des Hauses Habsburg unabhängig vom Schicksal des Reiches zu sichern, nahm Franz II. noch im selben Jahr zusätzlich den Titel Kaiser von Österreich als Franz I. an. Nachdem Napoleon den Rheinbund gegründet und den politischen Zusammenhalt des Reiches entscheidend geschwächt hatte, legte Franz II. im Jahr 1806 die römisch-deutsche Kaiserkrone nieder und erklärte das Heilige Römische Reich für erloschen.

Napoleon schuf nun ein französisches Kaiserreich, kein fortgesetztes römisches Kaiserreich. Deshalb trug er den Titel “Kaiser der Franzosen” (Empereur des Français) und nicht “Römischer Kaiser”. Als Frankreich dann schließlich militärisch besiegt wurde, verstand sich das Deutsche Kaiserreich von 1871 nicht als juristische Fortsetzung des Heiligen Römischen Reiches. Es gab keine alte Kaiserkrone, die wieder eingesetzt wurde, und keine Wiedererrichtung des alten Reiches. Das Deutsche Kaiserreich war keine rechtliche Fortsetzung des Heiligen Römischen Reiches, wohl aber dessen bewusst gepflegter historischer Erbe.

ChatGPT merkt an dieser Stelle an: "Macht kann historisch wandern, ohne dass ein Rechtstitel übertragen wird." bzw. noch zugespitzter: "Napoleon beerbte das Heilige Römische Reich machtpolitisch, aber nicht rechtlich. Die USA beerbten Europa im 20. Jahrhundert machtpolitisch, aber nicht dynastisch, kaiserlich oder juristisch."

Die USA stehen nicht in dynastischer, kaiserlicher oder juristischer Nachfolge Roms, nehmen aber seit 1945 in vieler Hinsicht eine imperiale Führungsrolle ein, die historisch an Rom erinnert. (ChatGPT)

Die Verwaltung der untergebenen Vasallenstaaten erfolgte typischerweise durch den Einsatz aus der lokalen Elite des jeweiligen Vasallenstaates stammender, vom Imperium abhängiger Marionettenregierungen. Diese verfügten über die notwendigen Kenntnisse der örtlichen Verhältnisse, während eine direkte Herrschaft des Imperiums an eben diesem Mangel scheiterte und die ursprüngliche Regierung den Interessen des Imperiums entgegengewirkt hätte.


Literatur: der schweizer Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser zum Thema "Imperium USA"