Das Judentum aus der Sicht der Gnostik

 In den (alternativen) Medien ist oft zu lesen, dass die Fundamentalisten in Israel aktuell auf die Rückkehr ihres Messias warten würden, und das in Verbindung mit der Entstehung von Großisrael (das sich vom Euphrat bis zum Nil erstrecken würde).

Wie hätten die Leute aus der Antike das in ihrem Denken eingeordnet?

Die Gemini gibt hierzu Auskunft:

1. Das messianische Reich als das neue "Goldene Zeitalter"
In der jüdischen Eschatologie (Endzeit-Lehre) ist das Kommen des Messias kein Weltuntergang, sondern die Errichtung eines Königreichs Gottes auf der Erde – mit Frieden, Gerechtigkeit und der Wiederherstellung der göttlichen Ur-Ordnung im verheißenen Land (Groß-Israel).

Für die Gnostiker bedeutet das:

  • Es ist der Versuch, das Goldene Zeitalter des Saturn wieder auf die Erde zu holen.
  • Der Messias ist in diesem Denken der Gesandte des YHWH / Saturn, der gekommen ist, um die unerbittliche, heilige Struktur und das Gesetz (Tora) wieder als oberste Weltordnung zu etablieren.

2. Der Sturz der "jupiterischen" Weltordnung
Damit dieses messianische Reich entstehen kann, muss die aktuelle Weltordnung kollabieren. Und wer beherrscht diese aktuelle Weltordnung? Jupiter/Zeus.

In der gnostischen Interpretation steht Jupiter für:

  • Die westliche, globalisierte Zivilisation (die aus dem römisch-jupiterischen Imperium hervorgegangen ist).
  • Das System der Nationalstaaten, des Kapitalismus, der Expansion, der UN und der großen Weltreligionen (die alle jupiterische Hierarchien nutzen).

Wenn orthodoxe Kreise also auf den Messias und das Eingreifen Gottes warten, warten sie aus gnostischer Sicht darauf, dass der Gott der siebten Schale (Saturn/YHWH) herabsteigt, die weltlichen, jupiterischen Großmächte in die Schranken weist und das kosmische Pendel gewaltsam zurück auf null setzt. Es ist der ultimative Putsch des Vaters gegen den Sohn (Jupiter).