Alois Irlmaier und der Blick in die Zukunft
Sehen in die Zukunft? Ist das denn möglich? Natürlich, und das gerichtlich bestätigt: beim Brunnenbauer Alois Irlmaier durch das Amtsgericht Laufen:
Der legendäre Prozess gegen den Hellseher Alois Irlmaier fand 1947 vor dem Amtsgericht Laufen statt. Er war von einem Pfarrer wegen Betrugs und Gaukelei angeklagt worden. Nach Zeugenvernehmungen und dem Beweis seiner Fähigkeiten sprach das Gericht Irlmaier frei. Der Freispruch in Laufen gilt in der Region bis heute als historisch und legendär. Er machte Irlmaier weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt.
Beispielsweise verfügen auch die Palmblattbibliotheken in Indien über bemerkenswerte Fähigkeiten. Wie funktioniert die Zukunftsschau? In der Netflix-Serie "Vikings" werden seherische Fähigkeiten gut auf dem Punkt gebracht:
Der Seher dort weist hier darauf hin, dass er die Zukunft an sich nicht selbst sehen kann, sondern dass eine Gottheit ihm diese übermittelt. Dadurch ist er aber von dieser Gottheit abhängig - und diese kann mit den Bildern nach Belieben manipulieren: zu sehen bekommt der Seher nur das, was ihm die Götter auch wirklich zeigen. Und zeigen tun sie ihm auch nur das, was er auch wirklich sehen soll.
Nebenbei: es gibt auch eine alten Hollywood-Film, in dem der König seinem Seher mitteilt, dass er ja eigentlich den Krieg gar nicht verlieren könne, da er Herkules und einen Seher auf seiner Seite hätte. Der Seher antwortet im Film auch hier sinngemäß etwas ernüchternd: "Sehen tue ich nur, was mir die Götter auch wirklich zeigen. Und zeigen tun sie mir auch nur das, was ich auch wirklich sehen soll."
So auch bei Alois Irlmaier: er betete oft in der Wallfahrtskapelle Maria Eck in Siegsdorf an die Mutter Gottes. Diese (die Mutter Gottes) wird auf einem Bild auf einer Mondsichel dargestellt. Die Mondsichel steht in der Antike für die Göttin Diana (bei den Römern). Bei den Griechen wurde die selbe Göttin als Artemis bezeichnet, die Zwillingsschwester des Apollo.
In der griechischen Mythologie ist Apollo (auch Apollon) der Gott des Lichts, der Musik, der Heilung und vor allem der Weissagung. Er gilt als die Verkörperung des inneren Wissens und der Klarheit. Gott der Weissagung: Apollon konnte in die Zukunft sehen und die Wahrheit enthüllen. Ihm war das berühmte Orakel von Delphi geweiht, durch das er den Menschen Botschaften übermittelte.
Und dem Gott der Weisheit, dem Apollo, wurde noch eine andere Fähigkeit zugesprochen: die Weitergabe seiner seherischen Fähigkeiten an andere, so z.B. an seine Zwillingsschwester, die Artemis (die besagte Diana mit der Mondsichel).
Zurück zum Irlmaier: dessen Vorhersagen teilen sich grob in zwei Teile auf: der erste Teil betraf die aktuelle Zeit seines Lebens: treffsicher konnte er die Gegenwart an ganz anderen Orten beschreiben (bestätigt durch das Amtsgericht Laufen und viele Tageszeitungen). Auch konnte er die Zukunft der Leute sehen, die ihm umgaben (beispielsweise wenn jemand sterben würde oder wenn jemanden Glück oder Unglück widerfahren würde). Interessant ist der zweite Teil seiner Vorhersagen: diese betraf die Zeit der "Kinder und Kindeskinder" von Leuten, mit welchen er sprach: angenommen er redete im Jahr 1959 mit einer 30-jährigen Person über eine Zeit, die dessen "Kinder und Kindeskinder" betreffen würde, dann wären dessen Kindeskinder heute vielleicht ca. 40 Jahre alt. Das Datum der Weissagung seines zweiten Teiles könnte sich also gut auf heute beziehen.
Auch Irlmaier hat seine Vorhersagen der Zukunft mitgeteilt bekommen: jedoch besteht die Möglichkeit, dass im zweiten Teil seiner Vorhersagen die Zukunft in eine bestimmte Richtung "geschubbst" werden soll: dass es sich dann also nicht nur um eine Weissagung handelt, sondern um einen "Fahrplan": denn der Status Quo der Götter soll auf jeden Fall aufrecht erhalten werden. Was mit dem Irlmaier jedoch nichts zu tun hat, er selber ist nur das "Werkzeug".
