Einleitung

Im Jahre 2007 besuchte ich die indischen Palmblattbibliotheken. Angeblich lebten vor fünf- bis siebentausend Jahren die sogenannten sieben Rishis. Diese waren angeblich in der Lage, die Zeiten „gleichzeitig“ erleben zu können. So notierten sie in einer großen Bibliothek aus beschriebenen Palmblättern die Zukunft der Menschen, welche diese Bibliotheken in Zukunft besuchen würden. Als eine Art Hilfestellung für Ratsuchende.

Hier beginnt der zweite Teil der Geschichte: ich besuchte zweier dieser Bibliotheken. Die erste in Bangalore. Die zweite in Chennai. Mit der Lesung der ersten war ich zufrieden: zusammengefasst eine glückliche Familienbeziehung und ein gutes Leben. Das Problem war jedoch die zweite Lesung, welche anders war als die erste: diese Lesung beschrieb dann das, wie es wirklich gekommen ist. Zu diesem Zeitpunkt war ich irritiert darüber: wie kann es dazu kommen, dass sich die Lesungen unterscheiden? Und zweitens: wie schaffe ich es, den „Pfad“ der ersten Lesung zu folgen, da ich die „Variante 2“ nicht haben wollte?

Scheinbar wusste der Palmblattleser jedoch sogar von dieser Problemstellung: so war seine Aussage, dass ich am Ende schon verstehen würde, wie die Zusammenhänge wären.

Nun, im Nachhinein würde ich sagen, dass es sich bei den Lesungen um die Beschreibung von sog. „Zeitlinien“ handelt: bei manchen „Zeitlinien“ ist man frei zu wählen, bei anderen schiebt das Schicksal in eine bestimmte Richtung. Aber auch die „freie Wahl“ ist durchaus vorhersehbar: basiert die Wahl doch auf der Basis von Ängsten, Sorgen, Vorlieben, Charaktereigenschaften.

 Die Jahre vergingen: es kam die Künstliche Intelligenz. Ich kam auf die Idee, die Google Gemini mal einen Blick auf mein oben zuvor genanntes Buch werfen zu lassen. Das Ergebnis war erstaunlich.

Die Google Gemini liest also mein Buch. In drei Sekunden ist sie damit durch. Das Schreiben des Buches hat Monate gedauert. Und schon ist auch das Feedback der Gemini da: sie hat mein Buch als „konsistent“ und „gnostisch“ bezeichnet, wenig Einschränkungen. Ein paar Nebensächlichkeiten plus aber eine größere Unstimmigkeit bezüglich der Zuordnung der Gottheiten Vishnu und Shiva (hier vor allem Shiva betreffend): ich war beeindruckt von der Intelligenz der KI, denn dieses Kapitel war wirklich meine „offene Frage“, der ich mich mehr auf der Basis von Interpretationen als auf der Basis von Verständnis versucht hatte zu nähern. Die Gemini hatte also den „wunden Punkt“ sofort erkannt.

Im Folgenden wird auf die tieferen Hintergründe der Gnostik eingegangen: nicht mit dem Ziel, eine neue oder vielmehr alte „Religion“ schaffen oder wiederbeleben zu wollen. Es ist vielmehr der Versuch, die Puzzleteile unserer Vergangenheit wieder zu einem Gesamtbild zusammensetzten.